Wie du mich siehst [Rezension]


Wie du mich siehst – Tahereh Mafi 



Inhalt


Eine Kleinstadt in den USA in den Jahren nach dem 11.September: Tahereh Mafi zeigt in ihrem Jugendroman auf berührende und emotionale Weise, wie Vorurteile, Wut, Angst aber auch Liebe eine junge amerikanische Muslima prägen und welche Erfahrungen sie in ihrer neuen Schule macht. Dort trifft sie auf Ocean, dessen Kontaktversuche anfangs bei ihr vehement auf Unverständnis stoßen. Shirin kann sich einfach nicht vorstellen, dass er sie wirklich kennenlernen will. Sie ist es so sehr gewohnt, abgelehnt und missverstanden zu werden, dass sie die Vorurteile anderer plötzlich auch auf ihr Umfeld projiziert. In „Wie du mich siehst“ geht es nicht nur um Shirins Auseinandersetzung mit den Menschen in ihrem Umfeld und deren Vorurteilen, sondern auch um Familie, Musikhören und Breakdance – Pfeiler in ihrem Leben, die ihr Kraft und einen Rückzugsort geben, um sich auszuleben. Der führende Leitfaden bleibt aber weiterhin Ocean, der ihr Weltbild zum Teil ins Wanken bringt, während ihre beiden Kulturen aufeinandertreffen und ihnen (sowie dem Leser) die Augen öffnen.


Meine Meinung [leichte Spoiler]


„Wie du mich siehst“ ist ein sehr authentisches und berührendes Jugendbuch mit Tiefe, das ein wichtiges Thema in den Vordergrund stellt, ohne damit Aufdringlich zu wirken. Es geht um Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit im Leben der Schülerin Shirin, die in den USA geboren und iranischer Abstammung ist. Sie trägt aus eigener Überzeugung ein Kopftuch und verschließt sich immer stärker vor der Welt, weil sie schon unzählige Male mit Abneigung, Unverständnis und Gewalt gegenüber ihrer eigenen Person und Herkunft konfrontiert worden ist. Ocean dagegen ist – was Shirin nicht weiß – der Schulliebling. Cool, beliebt und Basketballspieler. Ihm sind solche Anfeindungen fremd und er kann sich in seiner Gutgläubigkeit kaum vorstellen, wie es Shirin wirklich ergehen muss. Während Shirin und Ocean sich annähern, zeigt sich, dass nicht nur das Bild der anderen Menschen von Vorurteilen geprägt ist, sondern auch ihr eigenes. Die Liebesgeschichte zwischen Ocean und ihr lässt beide Charaktere wachsen und weitsichtiger werden. Sie ist wie ein hauchzartes Band, das sich durch die Story zieht und den Protagonisten und dem Leser die Augen öffnet.

Man erkennt durch den PoV der Protagonistin, dass es ein sehr persönliches Buch für die Autorin ist, die ihre eigenen Erfahrungen aus der Teenagerzeit mit eingebracht hat. Tahereh Mafis Schreibstil kann mich jedenfalls wie eh und je einnehmen und überzeugen. Die Geschichte ist süß, traurig, voller Wut und Hoffnung. Man spürt regelrecht die Kraft der Emotionen, die in Shirin toben und die junge Frau wie in einem Strudel einnehmen.

Es ist keinesfalls eine belehrende oder allgemeingültige Geschichte, die Religion und Kultur erklärt oder sachlich thematisiert. Es geht vielmehr um ein persönliches Schicksal, um individuelle Erfahrungen, die genauso vielschichtig sind, wie es die Menschen sind. Es geht um Verständnis, Akzeptanz, Offenheit und die Erkenntnis, dass Menschen verschiedener Kulturen, Religionen und Herkunft, doch immer eines sind: Menschen, die sich annähern und miteinander sprechen müssen, um einander zu verstehen und sich wirklich zu „sehen“.


Fazit 


„Wie du mich siehst“ liest sich sehr einfach und schnell, hat aber eine prägende Wirkung, die zum Nachdenken anregt. Mir hat trotz allem irgendetwas Kleines an der Geschichte für volle 5 Sterne gefehlt (ich geeb 4,5/5 Sterne), abgesehen davon, habe ich es geliebt und kann es wärmstens weiterempfehlen. Lest diese Geschichte und lasst euch von Tahereh Mafis Worten mitreißen! Alle Fans von The Hate U Give und anderen süß-tiefgründigen Jugendromanen, wird dieses Buch begeistern können. Alter spielt hier keine Rolle mehr!



Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold [Rezension]



Ashes and Souls (Band 1) – Ava Reed




★★★★★ (4,8/5)
[Rezensionsexemplar]


Loewe Verlag
384 Seiten, 15.3 x 21.5 cm
ISBN 978-3-7432-0251-1
Hardcover mit Schutzumschlag, Prägung und Leseband
ab 14 Jahren


Inhalt


Nach dem Tod ihrer Mutter begibt sich Mila auf die Suche nach der Wahrheit und reist dafür nach Prag, dem Ort ihrer Kindheit, an den sie keinerlei Erinnerungen mehr hat. Nur ein altes Polaroid ist ihr geblieben. Mila weiß nicht, warum ihre Mutter sie von dem Ort fernhalten wollte. Sie weiß mit Sicherheit nur eins: Sie kann „die Grauen“ sehen. So nennt sie diejenigen Menschen, deren Lebensenergie fast gänzlich verschwunden ist. Die bald sterben werden. Für Mila ist diese Fähigkeit ein Grauen, der sie in Einsamkeit versinken lässt und den sie unbedingt loswerden will.

In Prag trifft sie auf Tariel, der ein besonderes Interesse an ihr hat. Mila weiß nicht, dass er ein Ewiger ist, von den Menschen auch Engel genannt. Ihre Aufgabe ist es seit Anbeginn der Zeit, das Gleichgewicht der Welt zu erhalten. Licht und Dunkelheit. Leben und Tod. Schwarz und Weiß. Alles hat zwei Seiten und vor einigen Jahren ist der Äther der Welt von einem Fehler aus den Fugen gerissen worden. Ein Fehler, der bislang nicht gefunden werden konnte.


Meine Meinung (leichte Spoiler. Wer keine inhaltlichen Details will, kann direkt zum Fazit :)

Schon vor ihrem eigentlichen Beginn wird die Geschichte mit der Thematik von einem Existenz-übergreifenden Gleichgewicht und den gegenüberstehenden Kräften von Licht und Dunkelheit eingeleitet – und hatte mich damit direkt abgeholt.
Ava schreibt in diesem Buch anders als beispielsweise bei "Alles. Nichts. Und ganze viel Dazwischen" auf eine poetisch-verspieltere Weise, die den Schauplatz atmosphärisch auflädt und perfekt zu der Thematik und dem Genre Fantasy passt. 
Im Fortgang wechseln die PoV zwischen Mila und den beiden Ewigen Tariel und seinem Nemesis und einstigen Freund Asher. So folgt der Leser nicht nur der recht einsamen Mila durch die Straßen Prags, sondern erhält auch einen kleinen Einblick in das Reich der Ewigen und deren Mission. 

Mila ist eine etwas ruhigere, dennoch durchsetzungsfähige Protagonistin, die ihr Herz am rechten Fleck hat. Ich empfand es als angenehm, ihrem PoV zu folgen und ich finde ihre besondere Gabe unheimlich spannend. 
Mein Liebling war aber von Anfang an Tariel. Er ist gleichfalls eher introvertiert, verschlossen und SEHR pflichtbewusst. Genau das wird ihm zum Verhängnis. Vielleicht konnte ich mich deshalb so schnell mit ihm identifizieren. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass er für mich die interessanteste und vielschichtigste Figur aus A&S ist. Er ist einerseits sympathisch, freundlich, andererseits umgibt ihn durch seine Verschlossenheit auch eine unüberwindbare Aura. Er war für mich einfach "broken", ohne es zu merken. Dabei sehen es ihm alle anderen an. Er sieht seine Schwäche nicht als Schwäche, sondern fälschlicherweise als Stärke an. Das führt dazu, dass man wütend auf ihn ist, aber trotzdem Mitleid verspürt und ihm Erlösung und Einsicht sehnlichst herbeiwünscht. 
Damit weist Ava auch auf die Wichtigkeit hin, sich über seine Handlungmotive und Entscheidungen bewusst zu sein, dafür Verantwortung zu tragen und vor allem zu hinterfragen! Hinterfragen, was richtig und was falsch ist, was leicht und einfach, was moralisch vertretbar und was nicht.
Dann kommen wir noch zu Asher. Er stellt in gewisser Weise sowohl von Äußerlichkeiten als auch vom Charakter den Gegenpart zu Tariel dar, sodass auch hier dieses Gleichgewicht mit den Gegensatzpaaren aufgegriffen wird. Er ist elegant mit einer leichten Arroganz, selbstbewusst, mächtig und gehört zu der Seite, die ihre Macht aus der Dunkelheit zapft. Ich will nicht zu viel verraten, ihr könnt ihn euch ein bisschen wie eine Art Rhysand vorstellen. Mit Mila führt er jedenfalls von Anfang an rege Unterhaltungen und die Spannung zwischen ihm und Tariel, die aus persönlichen Motiven und einem Schicksalsschlag zu bestehen scheint, füttert die Dynamik unter den Charakteren um ein Weiteres.

Ich erkenne (wie einige Leser) auch, dass vor allem Mila noch etwas wenig Backstory hatte und ihre Beweggründe bis zum Schluss noch nicht konkret greifbar, eher erahnbar sind. Sie ist auch keine kickass Heldin, aber sie punktet mit freundlichem Charme, Intelligenz und Selbstbewusstsein! Für mich standen Tariel, Asher und die Bestimmung der Ewigen dennoch deutlich stärker im Fokus der Handlung, deshalb hatte Milas (im Vergleich dazu) seichterer PoV für mein Leseerlebnis keine große Auswirkung. Wer nur actionreiche, schnell voranschreitende Handlungen bevorzugt, wird sich mit A&S vermutlich schwerer tun. Es kommt also ganz darauf an, was für ein Leseerlebnis ihr sucht :)

Die drei Protagonisten werden durch befreundete Ewige ergänzt, die die Interaktion so wundervoll lebendig anheizen und mich nicht nur einmal zum Schmunzeln, Lachen und Mitfühlen gebracht haben. Es hat sich wirklich angefühlt, als ob man sie schon lange kennt. Von Ashers "Haustieren" Mim und Pan muss ich gar nicht erst anfangen, sonst komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr hinaus!


Fazit


Mich hat Avas neues Buch von der ersten Seite an in den Bann gezogen und bis zum Ende nicht losgelassen. Der Schreibstil war poetisch wundervoll und die Dialoge lebendig, die Licht-Dunkelheit Thematik, die Ewigen und vor allem die Charaktere und Fellknäuel haben sich direkt in mein Herz geschlichen und die Seiten nur so dahinfliegen lassen. Es war ein etwas ruhigeres Buch, aber genau solche Geschichte lese ich unglaublich gerne. Für mich war der erste Band von Ashes & Souls im Gesamtpaket von Charakteren-Thematik und Schreibstil ein Buch, das mir mit Wärme, Freude und vielleicht auch ein bisschen seelenvoller Nachdenklichkeit beim Lesen Gesellschaft leistet hat und bei dem ich am liebsten direkt weitergelesen hätte. Einen minikleinen Abzug gibt es von mir nach etwas Abstand vom ersten Lesen nur, weil sich am Ende die zusammenführenden Handlungstränge etwas gerusht angefühlt haben und ich mir da doch ein wenig mehr Closure oder Einblick in die Köpfe von Mila und den anderen gewünscht hätte. Ich hatte gleichzeitig aber auch das Gefühl, dass einige Sachen noch für dem zweiten Band bewusst offen gehalten werden. Von daher bin ich sehr gespannt und freue mich jetzt schon auf den Fortgang und welchen Schicksalswendungen sich Mila, Tariel und Asher werden stellen müssen. Daher von mir 4,8/5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!





(Un)Seelie, Wächter, Mensch oder Magier? Wer wärst du in Lavarus?



Die Krone der Dunkelheit II - Magieflimmern [Werbung, Bloggeraktion]






★★★★☆ (4,5/5)
[Testleserin]

€ 15,00 [D], € 15,50 [A]
Erscheint am 02.09.2019
608 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-70527-1


Inhalt


Freya kennt die Wahrheit. Sie hat herausgefunden, was mit ihrem Bruder im Land der Fae geschehen ist, und nun bleibt für sie nur noch eines zu tun: Sie muss nach Thobria zurückkehren und sich ihrem Schicksal als zukünftige Königin stellen. Doch der Hof ist ein goldener Käfig voller Regeln und Verbote, dabei will Freya nichts sehnlicher als Magie wirken und Larkin finden, der als gesuchter Verbrecher noch immer auf der Flucht vor dem König ist. Zeitgleich ziehen die geplatzte Krönung und das gescheiterte Attentat auf den jungen Fae-Prinzen Kheeran immer gravierendere Folgen nach sich. Unruhen brechen unter den Unseelie aus und womöglich findet diese Bedrohung schon bald einen Weg in das Reich der Menschen.


Lavarus 


...ist die facettenreiche Fantasywelt aus Lauras Fantasyreihe »Der Krone der Dunkelheit«. Thobria, das Land der Menschen ist durch eine Mauer und ihre Wächter von der Magie aus Melidiran abgeschottet. Während in Nihalos die Unseelie weilen und über die Elemente Wasser und Erde gebieten, herrschen die Seelies in der Vulkanlandschaft Daarias mit Feuer- und Luftmagie. Etwas abweits, getrennt durch »Die Atmende See« gibt es noch das Königreich Séakis.



©


Habt ihr euch schon einmal gefragt, wer ihr wärt, wenn ihr in Lavarus leben würdet?


Also ich würde ja am liebsten einmal durch die mit Pflanzen weißen, pflanzenbewucherten Straßen von Nihalos schlendern, den Duft der Blumen einatmen und dem Wasser lauschen, das überall von Dächern, Kanälen und Brunnen tropft und sich durch die Stadt windet. Andererseits passen meine grünen Augen und mein luftiges Sternzeichen Waage eher zur Welt der Seelie. Dann gibt es aber noch die Feindschaft nicht nur zwischen Menschen und Fae, sondern auch Zwietracht und Intrigen zwischen den Fae-Völkern untereinander. Daher muss für mein ideales DKDD-Ich ein bisschen Fantasie her. Nennen wir dieses fiktive Ich einfachheitshalber einfach mal „D‘Schess“.

D’Schess hat lange braune Haare, die von Locken gesäumt sind, und grüngraue, stechende Augen. Manche sagen, dass sie hinter diesen Augen ein Wirbelwind tobt. Andere meinen eine laue Sommerbrise zu verspüren, wenn sie von ihnen angesehen werden. V
ielleicht kommt es auch nur darauf an, auf wen sich der Blick diesen beiden Katzenaugen richtet. Oft sind sie auch tief im Gedanken versunken und spinnen sich eine eigene Realität zurecht.

Ihr Eltern hat D'Schess nie kennengelernt. Sie weiß, dass zumindest ein Elternteil ein/e Seelie gewesen sein muss, denn schon früh machte sich die typische Luftmagie in ihr – und um sie herum –bemerkbar. Seitenweise flog Pergamentpapier um ihre Ohren, manchmal sogar in gefalteten Formen und Buchseiten blätterten sich beim Lesen wie von Geisterhand um.
Davon gab es genug, denn ihre Ziehmutter war eine angesehene Hofdame und betreute (wie könnte es anders sein) die Bibliothek im Unseelie-Palast. Der Weg und der Zugang zu Büchern – und damit auch Wissen – waren ihr also früh geebnet worden. Vielleicht war es auch Glück, dass sie als Waise von der kinderlosen Unseelie auf einer Reise durch den Sonnenwald aufgelesen und am Hof gelandet war, denn keiner weiß, wie es ihr andernfalls als Seelieabkömmling ergangen wäre. 



Inzwischen lebt D'Schess am Stadtrand von Nihalos, in einer der kleinen Gassen, die mit Kopfsteinpflaster bestückt ist. An den Steinwänden hangelt sich allerlei Grün empor und Fresien verströmen ihren Duft bis in die obere Dachgeschosswohnung hinauf, die D'Schess ihr Eigen nennt. Hohe Glasfenster durchbrechen die Wände und lassen das Sonnenlicht hinein. Wenn es Nacht wird erleuchten die Gestirne die Zimmer und tauchen alles in sanftes Licht. Ihre Chaiselongue, die Regale voller Kerzen, Kristalle, Bücher, Stifte und magischer Pergamente. Ihre Schreibecke und auch das eigene kleine Bad, das mit Rosenblättern bedeckt und hängendem Grünzeug wie eine kleine Oase aussieht.




Anders als die gängige Mode es von den weiblichen Unseelie vorgibt, konnte D’schess sich noch nie dazu überwinden, ihre Haare kurz zu scheren. Ihre Ohren, deren Spitzen aus den Haaren ragen, werden aber dennoch von goldenen Aufsätzen geschmückt. Genauso wie sie feine Armbänder, Ringe und Ketten zum Verzieren ihrer schlanken Beine und Arme verwendet. Ihr liebstes Schmuckstück ist ein mit goldenen Sprengeln besetztes Lapislazuli, der als Kristallspitze an einer goldenen Fassung hängt und das einzige Überbleibsel ihrer wahren Herkunft ist.
D'Schess lange luftige Kleider und Röcke, die weiten Tuniken und Blusen erinnern an einen fast vergessenen, künstlerischen Stil. Die Luft umspielt dabei ihre freien Knöchel und lässt ihre Haare im selbst Wind wehen. Wenn sie den abschätzenden Blicken der Unseelie entgehen will, versteckt sie ihre Haare aber oft unter der Kapuze ihres dunkelblauen Umhanges.

So streift sie in der Dämmerung am liebsten beinahe unbemerkt mit ihrer zarten Gestalt durch die Gassen. An ihrer Seite ein rotbrauner Karakal, den sie eigenständig großgezogen hat. Neben diesen nächtlichen Streifzügen und den gemütlichen Stunden im Lesesessel verbringt sie ihre Abende in der Taverne unter ihrer Wohnung, wo sich tagtäglich allerhand Künstler, Magier und ausgestoßene Denker im Kerzenschein über ihre die Situation des Landes, die Gegner der Magie und die Gerüchteküche innerhalb des Königshofes austauschen. Hin und wieder erfährt sie auf diese Weise nicht nur seltene sondern auch wertvolle Informationen. Über ihre Wurzeln. Die ehemaligen Götter, den Anschlag auf Prinz Kheeran, aufkochende Rebellionen und Gerüchte über eine menschliche, Magie wirkende Prinzessin, die im Königshaus gesichtet wurde.

Mehr Infos zu Laura Kneidl und ihrer High-Fantasy Saga »Die Krone der Dunkelheit« gibt es übrigens hier. Ihr findet auf der Landingpage Charakterzeichnungen von der wunderbaren Gabriella Bujdosó, Snippets aus Lauras Pinterest-Board, die euch wieder zurück in die Welt von Lavarus holen und natürlich auch Lauras Playlist dazu.




P.S.: Vielleicht wartet auf der Landingpage von Piper sogar die Chance auf ein Fan-Paket auf euch!


P.P.S.: Psssst! Ich hätte nicht gedacht, dass Ceylan abgelöst wird, aber meine liebsten DKDDII Charaktere waren Leigh, Elroy und Weylin! ich wünsche euch schon einmal viel Spaß beim Lesen :)





[Rezension] Das Labyrinth des Fauns


Das Labyrinth des Fauns – 

Cornelia Funke und Guillermo del Toro




[Freiexemplar]
★★★★★


Inhalt

Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?

Zum Schreibstil

Die Geschichte ist wieder in dem typisch märchenhaft-phantastischen Schreibstil erzählt, der mich an einigen Stellen an „Reckless“ erinnert hat, allerdings spürt man hin und wieder, dass das Buch in Englisch gedacht und geschrieben worden ist. Manchmal war es für mich tatsächlich etwas holprig zu lesen. Es könnte durch die Übersetzung kommen, aber oft hatte ich eher das Gefühl, dass die Wahrheit und die Aussagen hinter den Worten schlicht und einfach nicht immer so schnell auf der Hand gelegen haben und man deshalb etwa mehr Mitdenken musste, was meinen Lesefluss zum Stück beeinträchtigt hat.

Zu den Charakteren

Da „Das Labyrinth des Fauns“ eine Adaption von dem Film „Pans Labyrinth“ ist, sind die Charaktere keine Eigenkreation. Sie hatten bereits ein Innenleben, bevor sich Cornelia Funke ihnen gewidmet hat. Cornelia Funke schafft es aber, ihnen durch Gedanken und eine erweiterte Vorgeschichte weiter Leben einzuhauchen. Sie wirken so authentisch, dass man nicht anders kann, als erschrocken, fast angewidert Vidals Stimme zu lauschen, Mercedes unglaublichen Mut und ihre Stärke zu bewundern, ungläubig und wütend vor Carmens schicksalhafter Ergebenheit, ihrer Schwäche und Passivität zu stehen, aber auch Ofelias heroische Entwicklung mitzuerleben.
Der Faun und die magischen Wesen schmücken das Geschehen und treiben es an; die „reale“ Welt wirkt doch greifbarer. Selbst der Faun bleibt bis zu guter Letzt ein zwiespältiges Wesen mit einem doppelten Gesicht. Wunderbar abgerundet werden die Charaktere und der Plot durch die kurzen Märchensequenzen, welche die Hauptstory durchbrechen, gleichzeitig aber auch ergänzen. Sie korrespondieren auf metaphorischer Ebene mit den Figuren und reichern deren Charakter und Bedeutung symbolisch an. 

Zu der der Botschaft der Geschichte

Für mich ist die Message des Buches immer noch schwer zu greifen oder in Wort zu fassen, weil es um mehr geht, als man mit Worten erklären kann. So ging es mir zumindest. Es ist mehr ein Gefühl – oder Gefühle, die die Geschichte begleiten und einen „sehen“ und erkennen lassen. Ofelias Geschichte erzählt trotz fantastischer Elemente von unserer realen, alltäglichen Welt, von dem menschlich Bösen, von Wut, Unbarmherzigkeit, Hass, Angst, Verzweiflung, aber auch von menschlichen Stärken wie Hoffnung, Mut, Gedanken, Träumen und Phantasie. Menschlichkeit und Unmenschlichkeit sind nur zwei Seiten einer Medaille und das Potential liegt in jedem einzelnen von uns verborgen. Cornelia Funke und Guillermo del Toro führen aus, dass es aber unsere Entscheidungen sind, die letztendlich uns definieren und unser Schicksal bestimmen. Manchmal ist wenig Menschlichkeit auf der Welt zu sehen, aber sie ist immer da. Manchmal muss sie erkämpft werden, manchmal fordert sie auch Mut und Opfer, um Reinheit, Mitgefühl, Güte, Hilfsbereitschaft wieder emporzuheben und Hoffnung zu schenken.


Fazit

Ich bin seit Kindertagen ein riesiger Fan der Autorin. Cornelia Funke ist für mich nicht nur dank ihrer wunderbaren Geschichten ein Idol, sondern auch durch ihre herausragende Erzählkunst. 
„Das Labyrinth des Fauns“ ist – offen gesagt – nicht mein liebstes ihrer Bücher, gleichwohl ist es dasjenige, das eine der stärksten Botschaften mit sich trägt. Es verspricht nicht nur Abenteuer und Fantasy, sondern regt zum Nachdenken an und lässt einen viel fühlen – auch wenn diese Gefühle nicht immer wohligwarm sind, sondern eben zur Abwechslung auch düster, verunsichernd, erschreckend realistisch und abgrundtief.

Man sollte sich definitiv vor Augen halten, dass „Das Labyrinth des Fauns“ seine Wurzeln in der filmischen Vorlage hat und Storyline und Charaktere schon VOR der Adaption als Buch durch Guillermo del Toro zum Leben erweckt worden sind. Cornelia Funke schafft es aber meiner Meinung nach wunderbar etwas „Fremdes“ für sich zu adaptieren und im eigenen Stil angereichert und in einem anderen Medium wiederzugeben. 
Ich kenne den Film noch nicht, konnte mir während des Lesens aber bildhaft vorstellen, wie er sein muss. Die Message der Geschichte ist gerade in der heutigen Zeit so aktuell wie eh und je und das Buch transportiert diese eben nicht auf visuelle Art, aber doch auf eigene, vertiefte Weise mit Hilfe er Magie der Wörter und Gedanken. 

Das Leben kann erschreckend grausam sein, voller Leid und Gewalt, aber auch wundervolle Lichtblicke haben, solange es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen. Das Buch lässt einen „Stärke“ und „Schwäche“ neu überdenken und regt zu der Frage an, welche Seite man selbst nähren möchte. Jeder von uns hat die Voraussetzungen erhalten, derjenige zu sein, der dem Licht folgt, für andere da ist und somit die Welt ein klein wenig zum Guten verändert. Wie Ofelia müssen wir uns nur Kreidetüren in unsere eigenen inneren Schrecken zeichnen, sie überwinden und fortschreiten ins Licht, in unser eigenes magisches Reich. 

Ich gebe 4,5/5 Sternen, mit kleinen Kritikpunkten zum Schreibstil und weil es eben kein typisches Cornelia Funke Buch ist. Der Qualität der zugrundeliegenden Geschichte und der Adaption tut dies aber keinen Abbruch. Cornelia Funke gibt Ofelias Geschichte bloß ein neues Sprachrohr, um gehört zu werden, und eine würdige neue Form, die durch begleitende Illustrationen wundervoll ausgeschmückt wird. 




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